Trachtenverein D` Stoarösler Dorfen e.V.

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Tracht

Die Dorfener Tracht damals (l.) und heute (r.).

 

Zurück zu den Wurzeln

 

Nach Wiedergründung wurde Miesbacher Tracht abgelegt

 

Lange Zeit trugen die Trachtler der Stoarösler die Miesbacher Tracht. Der Nach der Wiedergründung 1982 wurde ein ehrgeiziges Ziel in die Tat umgesetzt: Die Umstellung der Tracht auf die Dorfener Volkstracht. Sie wurde mnach alten Vorbildern erstellt.

Männertracht

Man konnte am Prunk der Kleidung schon unterscheiden, ob es sich um einen Großbauern oder einen Kleingütler handelte. Die Männertracht wurde bis etwa 1850/60 überwiegend in Braun getragen und änderte sich dann nur farblich in Schwarz. Der Hut war der übliche, teilweise weitkrempige schwarze Samt- oder Bauernhut; braun, schwarz oder grün eingefasst. Die hochgeschlossene Samtweste, in dunklen, kräftigen Farben war bis fast zum Hemdkragen zugeknöpft und je nach Reichtum mit bis zu 30 Silberknöpfen, aus Münzen gearbeitet, verziert.

Darunter wurde ein weißes Leinenhemd mit weiten Ärmeln und Stehkragen getragen. Als Halsschmuck trug man den Flund; ein Seidentuch, das über ein, am Hemdkragen geknöpftes Stoffband geschlagen und mit einer silbernen Tuchnadel befestigt war, oder das obligatorische Pinkerl ( ein am Hals geknüpftes Bschoadtüchl).

Über der kurzen Samtweste trug man die ebenso kurze, schwarze Joppe aus schwerem Tuch mit Silberknöpfen, oder die von Dorfener Bürgern getragene, ältere Form, eine kurze, braune Samtjoppe mit Schalkragen. Als Verschluss dienten vier Wollknebel. Neben den Knebeln, über den Taschen war die Joppe mit gehäkelten, oder gestrickten, orientalischen Wollornamenten verziert. Sogenannte Herrnbauern, oder Großbauern trugen den Gevatterrock, ein Mantel, etwa knielang, schwarz oder braun, mit schwarzen Borden eingefasst und verziert mit Silberknöpfen.

Die knöchellange Lederhose war sehr hoch geschnitten, bis über den Rippenansatz und diente zugleich als Nierenschutz. Sie war aus Hirsch-, Gams- oder Rehleder, braun oder schwarz mit einfachen ledernen Hosenträgern.

Das Gebiet um Dorfen war immer eine eher ärmliche Gegend, folglich waren reiche Bauern und Bürger seltener zu finden, was sich auch auf das Gewand auswirkte. Faltenstiefeln mit eckigen oder runden Falten waren nur vereinzelt zu finden. Der gängigste Stiefel war der glatte Lederstiefel mit den Naturfalten, der bis unter das Knie ging.

Das dritte Schuhwerk war der Lederpantoffel. Wenn ein Dorfener Bürger in der warmen Jahreszeit zum Wirt ging, trug er die sogenannten Bräupantoffel (Ausdruck von Max Schmid, Schuhmachermeister in Dorfen). Diese hatten einen etwas höheren Rand, als die Hauspantoffel.

Festtagsgewand der Frau

Die Ausstattung der Frauentracht im Dorfener Gäu ist ähnlich differenziert wie die Männertracht. Eine Großbäuerin trug zum Festtag über dem, zu einem Schopf geflochtenen Haar eine meist goldene Riegelhaube, befestigt und verziert mit Gold- und Silbernadeln, oder in der kalten Jahreszeit die Otterfellhaube. Dazu trug sie große, goldene oder silberne Ohrringe (Kreolen), eine Kropfkette aus Silber oder Granat mit reichhaltig verzierter Schnalle. Über dem Weißzeug (Leinenunterhemd und knielanger weißer Unterhose) trug sie eine schwarze Seidenbluse mit eingestecktem Schultertuch.

Die Bluse hatte, je nach Geschmack der Bäuerin, enge oder ab dem Ellenbogen, trichterförmig öffnende Ärmel. Über der Bluse wurde das, meist mit Fischgräten versteifte, schwarze, aber auch des öfteren farbig gehaltene Seidenmieder getragen. Je nach Reichtum war dieses mit goldenen Stickereien versehen. An der Vorderseite wurde das Mieder mit silbernen Miederhaken und einer Silberkette, an deren Ende sich ein reich verzierter Miederstecker befand, verschlossen. Dazu wurden noch naturfarbene, gemusterte, oder farbig geringelte Wollstrümpfe und hohe, gemusterte Schnürschuhe (Zeugstiefel) getragen.

Kirchengewand der Frau

Zum Kirchengewand gehörte das schwarze, gemusterte Seidenkopftuch. Dieses Tuch wurde, mit Bier gestärkt, zu einem Dreieck zusammengelegt. Als Oberteil wurde ein schwarzer, oder in dunklen Farben gehaltener, hochgeschlossener Spenser getragen, der mit Silberknöpfen ausgestattet war.

Unter dem schwarzen Rock wurde die weiße, knielange Unterhose, sowie der weiße Unterrock getragen; über dem Rock, die schwarze oder in dunklen Farben gehaltene, gemusterte und am Rand verzierte Schürze. Das Schuhwerk war, wie bei der Festtracht, der hohe, schwarze, teilweise verzierte Schnürschuh. Als Schmuck wurden dazu Kreolen getragen, sowie eine lange, silberne Halskette mit Taschenuhr.

Die Tracht der ledigen, jungen Frau gestaltete sich bis zu deren Verheiratung etwas anders. Als Kopfbedeckung wurde das, aufwendig mit Perlen und Golddraht gefertigte Kranl (Krone), getragen. Das Kranl war mit teilweise bemalten, kleinen, kreisrunden Spiegeln verziert, um Hexen und böse Geister von der jungen Frau, fern zu halten. Als Halsschmuck diente bis zum Alter von etwa 16 bis 18 Jahren ein verziertes Samtband, danach die übliche Kropfkette mit Silber- oder Granatschnüren und einer Silberschließe.

Über dem Weißzeug; Unterhemd, weiße, knielange Unterhose, weißem Unterrock, wurde eine meist kurzärmelige, weiße Bluse getragen. Dazu das schwarze Mieder mit silbernen Miederhaken und Miederkette. Silbertaler an der Miederkette waren nur vereinzelt zu finden. Schultertuch und Schürze waren aus weißem Leinen, oder farbigem, gemustertem Seidenstoff.

Die naturfarben, gemusterten Bauernstrümpfe, oder die farbigen Ringelstrümpfe reichten bis über das Knie. Das Schuhwerk dazu war ein flacher, verzierter, schwarzer Lederschuh.