Die Anfänge des Vereins
Die Anfänge
1936: Ein Trachtenverein wird gegründet
Der unvergessene Sepp Hübler war der Begründer des Dorfner Trachtenvereines im Jahre 1936. Der Verein trug damals den Namen: “Trachten- und Heimatverein Isentaler Dorfen”. Die Gründungsmitglieder waren, neben dem “Initiator” Sepp Hübler, seine Frau Walburga, Wolfgang Probst mit seiner Frau Walburga, Hans Friedberger, Centa Mittermeier, Simon Freundlsberger, Jakob Lutz, Jakob Zehtner, Josef Daffinger, Rosa Süßmeier und Anne Aiblmeier. Der eben erst gegründete Trachtenverein beteiligte sich noch in seinem Gründungsjahr am Oktoberfest Zug in München. Ein Jahr später schon, fand der erste große Heimatabend des junges Vereines in der Dorfener Turnhalle statt. Zu diesem Heimatabend vermerkte Sepp Hübler in der Chronik, dass die Turnhalle so überfüllt war, dass einige Hundert keinen Platz fanden und wieder nach Hause gehen mussten. Zu dieser Zeit erlebte die Trachtenbewegung einen unerhörten Aufschwung. Aber leider kam es dennoch, nach einem Streit zwischen den Mitgliedern, zum Austritt aus dem Verein vom Vorstand, Sepp Hübler und seinem Stellvertreter, Jakob Lutz. Die Trachtler verlegten sich auf das Theaterspielen und hatten hier beachtliche Erfolge. Zu Beginn des 2. Weltkrieges mussten die “Isentaler”, wie alle anderen Vereine, ihre Vereinstätigkeiten einstellen. Daher gibt es bis zum Jahr 1945 in der Vereinschronik keine Eintragungen.
1945: Ein Trachtenverein wird wiedergegründet
Bei einem Bergausflug zum Tatzelwurm, im Herbst 1945, brachte Kaspar Aschauer den Sepp Hübler soweit, dass der sich für die Wiedergründung des Trachtenvereines einsetzte. Hier oben am Berg, umgeben von Steinrosen, hoben die Beiden den Namen “Stoarösler” für den Dorfner Trachtenverein, aus der Taufe. 12 Trachtlerinnen und Trachtler bekundeten am 19.12.1945 ihren Willen, den Trachtenverein nach Genehmigung durch die Militärregierung, wieder ins Leben zu rufen. 41 Personen wohnten der Gründungsversammlung, am 05.01.1946, im Gasthaus Springer auf dem Rupprechtsberg bei, und wurden am selben Tag auch Mitglied des Trachtenvereines “D’Stoarösler Dorfen”. Damit der Verein seine Arbeit aufnehmen konnte, mussten natürlich diverse Ämter besetzt werden. 1. Vorstand: Sepp Hübler - 2. Vorstand: Jakob Lutz - 1. Schriftführer: Toni Lohmeier sen. - 1. Hauptkassier: Kaspar Aschauer - 1. Vorplattler: Peter Schweiger - 1. Beirat: Anderl Ostermeier - Inventarverwalter: Georg Priller.
Unser Vereinsspruch wurde bereits bei dieser Gründungsversammlung aus der Taufe gehoben: "Frisch aussa was drin is, ned kriacha am Bauch, in d' Augn schaun und d' Hand gebn, is bei de Stoarösler brauch!"
Schon in wenigen Monaten wuchs die Mitgliederzahl auf annähernd 60 Mitglieder an. Alle Gruppen des Vereines waren sehr rührig, als da waren: Plattlergruppe, Gesangsgruppe, Musikgruppe und Theatergruppe. Auch wurde auf Anregung des Herkomer-Vater eine Kindergruppe gebildet. Durch den Einsatz der Vereinsmitglieder konnte schon im Mai 1946 in der Turnhalle der erste Heimatabend stattfinden, bei dem auch das Theaterstück: “So is boarisch”, das vom Sepp Hübler geschrieben wurde, zur Aufführung kam.
Bereits 1947 feierte der Verein sein 10-jähriges Gründungsfest, an dem 92 Vereine, 8 Musikkapellen und über 10.000 Trachtler und Besucher teilnahmen. Der riesige Festzug durch die Dorfner Straßen war eine Demonstration bayrischen Brauchtums.
Jetzt war auch die große Zeit des Theaterspielens bei den Stoaröslern. Mit diversen bayrischen Volksstücken wurden große Erfolge gefeiert. Nicht zuletzt dank den Glanzleistungen von Maria Herold und Paul Dubotzki. Zu dieser Zeit waren alle Aufführungen restlos ausverkauft.
1949: Ein Trachtenverein bekommt einen neuen Vorstand
Sepp Hübler trat im Herbst 1949 als Vorstand zurück. Seine Nachfolge trat Peter Schweiger an, der seit der Wiedergründung bis zu diesem Zeitpunkt Vorplattler im Verein war. In Annerkennung seiner Leistungen für den Verein wurde Sepp Hübler zum Ehrenvorstand ernannt. Aber obwohl er nicht mehr als Vorstand agierte, war Sepp Hübler aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken. In den folgenden Jahren wechselte immer wieder der Vorstand. Nach Peter Schweiger kam Anderl Ostermeier, dann übernahm Sepp Hübler wieder die Vorstandschaft. Peter Schweiger war anschließend viele Jahre 2. Vorstand bei den Stoaröslern. Selbstverständlich wurde unter der Regie von Paul Dubotzki weiter Theatergespielt. Am 01.05.1954 wurde ein stattlicher Maibaum, der die Länge von 23 m hatte, am Dorfner Marienplatz aufgestellt. Paul Dubotzki wurde bei der Jahreshauptversammlung im Oktober 1954, aufgrund seiner langjährigen Verdienste um das Theaterspiel beim Trachtenverein, zum Ehrenmitglied ernannt. Ein herber Verlust für den Trachtenverein war der Tod des Gastwirtes Sepp Bösl im November 1954. Er war nicht nur ein großer Förderer der Trachtensache, sondern auch ein allseits bekanntes Dorfner Original. Als Dorfen am 20. November 1954 zur Stadt erhoben wurde, waren die Stoarösler mit einer Fahnenabordnung im Streibl Saal zur Stelle. Im Herbst 1955 feierten die Stoarösler mit dem Theaterstück “Grenzfeuer” einen rieseigen Erfolg. Die sehr anspruchsvollen Rollen wurden vortrefflich gespielt von den Mitwirkenden: Peter Lohmeier, Alois Weber, Christl Aschauer, Anni Wandinger, Vally Wandinger und Peter Schweiger. Ebenfalls im Herbst 1955 übernahm Peter Schweiger erneut den Vorstandsposten. Später löste Wolfgang Eichner, viele Jahre Schriftführer, Peter Schweiger als Vorstand ab. Simon Hilger blieb Kassier.
Ein Trachtenverein hat Probleme
Die große Zeit der Trachtler neigte sich dem Ende zu und es sollte ein langes Tief werden. Die moderne Zeit wollte nichts wissen von Brauchtum und Althergebrachtem. Die Vereinsabende wurden nur noch mäßig besucht. Fast jährlich wechselten die Vorstände. Die Arbeit im Verein lastete auf immer weniger Schultern. Unermüdlich kämpften für die Trachtenbewegung: Peter Schweiger, die Gebrüder Aschauer und die Gebrüder Weber, natürlich unterstützt von ihren Ehefrauen. Trotz wiederholter Appelle der verschiedenen Vorstände wurden die Vereinsabende immer schlechter besucht. Im Herbst 1962 übernahm Simon Hilger nach 16 Jahren als Kassier, den Posten des Vorstandes. Sein Nachfolger als Kassier wurde Hans Fischbeck, das Schriftführeramt übernahm Ehrenvorstand Sepp Hübler. Zur Feier der goldenen Hochzeit von Sepp und Walli Hübler am 30.10.1971 zeigte sich der Verein noch einmal von seiner besten Seite. Im Beisein des Landrates Simon Weinhuber und des Bürgermeisters Franz Wolf erschien eine große Schar der Trachtler mit ihrem Vorstand Peter Schweiger zur Gratulation. Es wurde gefeiert, gesungen, getanzt und geplattelt. In den folgenden Jahren gingen die Vereinsaktivitäten immer mehr zurück. Im Juni 1976 die schlimme Nachricht vom Tod des Vereinsgründers und Ehrenvorstandes Sepp Hübler. Sieben Fahnenabordnungen, der Gauvorstand des Isargaues Franz Xaver Paternoster sowie eine große Trauergemeinde erwiesen dem Sepp Hübler die letzte Ehre.